Sonntag, 16. Juli 2017

Garter-Häubchen

Vor einiger Zeit war ich auf der Suche nach DEM perfekten Muster für Babyhäubchen. Das bekannte Teufelsmützchen hatte ich schon öfter gestrickt, jedoch sagte es mir nicht so ganz zu. Beim Stöbern auf ravelry.com bin ich über ein Häubchen von Elizabeth Zimmermann gestoßen, das mit optisch sehr zusagte. Jedoch entnahm ich den Notizen der Stricker, dass unterschiedliche Größen über die Garndicke erreicht werden. Jedoch wollte ich ein Muster, bei dem ich auch dünne Häubchen für große Babys und dicke Häubchen für ganz kleine Babys stricken könnte. Und da ich sowieso hätte tüfteln müssen, war es mir nicht den Kauf eine ganzen Buches wert.

Also habe ich ins Blaue getüftelt und herausgekommen ist diese Formel für mein Garter-Häubchen. 

Bei diesem Häubchen ist ein bisschen Mathe gefragt, dafür ist man nicht auf spezielle Größen oder Lauflängen beschränkt.




Zunächst müsst ihr eine Maschenprobe glatt rechts anfertigen, um herauszufinden, wieviele Maschen ihr auf 10cm benötigt. Diese Zahl  teilt ihr durch 10. Das Ergebnis nennen wir A.


Beispiel: wenn ihr 28M auf 10cm braucht, ist euer A=2,8!

Dann messt ihr den Kopfumfang aus.

Mit diesen beiden Zahlen könnt ihr nun die benötigten Anschlagsmaschen ausrechnen, indem ihr sie in folgende Formel einsetzt:
KU * A * 1,15=anzuschlagende Maschen.
Wichtig: Die Zahl, die herauskommt, muss durch 9 teilbar sein. Rundet notfalls auf.

Beispiel: A ist wie oben 2,8, Kopfumfang wurde auf 44cm ausgemessen. Also 44 * 2,8 * 1,15=141,7. Da dies nicht durch 9 teilbar ist, wird auf 144 aufgerundet.

Nun schlagt die Maschenzahl an, die ihr so ermittelt habt (Kreuzanschlag, long tail cast on). Es wird nun in Reihen kraus rechts gestrickt.
Strickt eine Rückreihe rechte Maschen.

In der nächsten Reihe strickt ihr 8 rechts, kfab. Dies wiederholt ihr bis zum Ende der Reihe. Ihr habt nun ein Vielfaches von 10. Diese Zahl müsst ihr nun durch 5 rechnen, weil wir nun Fünftel brauchen.
In der nächsten Reihe (Rückreihe) stetzt ihr nach einem Fünftel und noch einmal nach drei Fünfteln einen Maschenmarkierer. Daraus ergibt sich eine Einteilung die folgendermaßen aussieht: 1 Fünftel | 3 Fünftel | 1 Fünftel

Beispiel: Durch die Zunahmen sind aus unserern 144 Maschen 160 Maschen geworden. 160/5 = 32. Also sitzen unsere Maschenmarkierer so: 32 | 96 | 32

Nun werden die Hinreihen so gestrickt: Bis zwei Maschen vor den Maschenmarkier rechts stricken, 2 rechts zusammen, Maschenmarkierer auf die andere Nadel heben, ssk, glatt rechts. Beim nächsten Maschenmarkierer wiederholen und die Reihe rechts zu Ende stricken.
Die Rückreihen werden glatt rechts gestrickt.

Diese beiden Reihen werden wiederholt, bis außen neben den Maschenmarkierer nur noch 1 Masche vorhanden ist. Es wird mit einer Rückreihe geendet, in der ihr während des Strickens die Maschenmarkierer entfernt. Ihr habt nun ein Fünftel + 4 Maschen insgesamt auf der Nadel.

Beispiel: Es sind 32 + 4 = 36 Maschen auf der Nadel.

Nun durchtrennt ihr den Faden (genug zum Vernähen übrig lassen!) und legt die Arbeit mit der Unterkante der Vorderseite flach vor euch. Es werden nun aus der Kante, die sich durchs Stricken ergeben hat, rechts oben beginnend 2 Maschen weniger aufgenommen, als ihr zuvor als Fünftel errechnet hattet. Dann werden die Maschen, die noch auf der Nadel waren, glatt rechts gestrickt und noch einmal die gleiche Anzahl an Maschen an der anderen Kante aufgenommen. Ihr habt nun eine Maschenzahl entsprechend 3 Fünfteln auf der Nadel. Diese Zahl ist durch 6 teilbar.

Beispiel: Unser Fünftel bestand aus 32 Maschen. 32 - 2 = 30. Also: 30 Maschen aus der Kante + 36 Maschen auf der Nadel + 30 Maschen aus der Kante = 96 Maschen = 3 Fünftel.

Nun müsst ihr euch entscheiden, ob ihr in Runden oder Reihen weiterstricken möchtet. Wenn ihr in Reihen weiterstrickt, müsst ihr zum Schluss eine kleine Naht machen, die aber bei kraus rechts sehr leicht und nahezu unsichtbar zu schließen ist.

Reihen: Eine Rückreihe rechts stricken, in der ihr jedes Sechstel der Maschen einen Maschenmarkierer setzt. Alle kommenden Rückreihen werden rechts gestrickt.
Runden: Die Arbeit wird zur Runde geschlossen und eine Runde links gestrickt, in der ihr jedes Sechstel der Maschen einen Maschenmarkierer setzt. Alle kommenden "Rückrunden" werden links gestrickt.

Beispiel: Es wird alle 16 Maschen ein Markierer gesetzt.

Zu Beginn jeder "Hinreihe/runde" denkt ihr euch nun einen Maschenmarkierer, damit das Schreiben für mich einfacher wird.
In den Hinreihen/runden werden nach den Maschenmarkierern ssk-Abnahmen gearbeitet und somit je 6 Maschen pro Reihe/Runde abgenommen. Ansonsten werden die Hinreihen/runden glatt rechts gearbeitet. Hinreihen/runden werden im Wechsel mit Rückreihen/runden gestrickt.

Wenn nur noch 6 Maschen auf der Nadel liegen, Garn abschneiden (bei Reihen ausreichend Garn zum Vernähen überlassen) und durch diese Maschen in Richtung der Hinreihen/runden ziehen und festziehen. Den Faden nach innen ziehen und ggf. die Naht damit schließen und/oder vernähen.

An die Ecken können nun Bindebändel gemacht werden. Die könnt ihr gestalten, wie ihr wollt. Gehäkelt, geflochten, gedreht, I-cords. Ich mache gerne I-cords, indem ich 4 Maschen aus den Maschen der Ecke aufnehme und normale I-cords arbeite.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen