Montag, 19. Oktober 2015

Ein Spezialauftrag

*puuuuuuuust* - hier muss ein wenig Staub abgeklopft werden.

In den vergangenen Tagen und Wochen haben mich Klassenarbeiten der großen, mein Job, all die schönen Alltäglichkeiten vom Bloggen abgehalten. Das finde ich nicht schlimm, ist es doch dieser bunte und mannigfaltige Alltag, der das Leben erst lebenswert macht. Und manchmal kommt man zu diesen Dingen, ein andermal zu jenen... Frustrierend war jedoch, dass eine verschleppte Sehnenscheidenentzündung mich vom Werkeln abgehalten hat. Ok, als ob da Zeit gewesen wäre...

Nun, ich sprach vor einiger Zeit von einem Spezialauftrag den ich erhalten habe.

Vor ein paar Wochen kam meine Tochter mit dem wohl großartigsten Dackelblick, den ein Kind nur aufsetzen kann, zu mir und offenbarte, dass sie einen Geburtstagswunsch hätte. Blitzschnell schossen mir diverse Horror-Szenarien durch den Kopf. Monster High, eine Spielkonsole, ein eigener Fernseher. Doch nein! Baff nahm ich zur Kenntnis, dass meine Tochter sich zu ihrem 9. Geburtstag eine weitere handgemachte Puppe wünscht.



In der Vergangenheit habe ich schon die ein oder andere Puppe für meine Tochter gefertigt. Lange Zeit musste ich jedoch befürchten, dass sie keine Puppenmama ist. Zwar weiß ich aus der Waldorfliteratur, dass das wirkliche Puppenalter bei Kindern erst WESENTLICH später beginnt, als die Werbung für konventionelle Puppen suggeriert. Auch habe ich anderen Müttern diesbezüglich schon viel Mut zugesprochen, die Stoffpuppen nicht zugunsten von Baby Born und Co zu verbannen. Aber... Die "Angst" war da. Es wäre nicht schlimm gewesen, wenn sie nie richtig gerne mit Puppen gespielt hätte, aber ich wünsche jedem Kind seine Herzenspuppe und Puppenzeit. Diese kleinen Wesen sind so ein wertvolles Gegenüber für unsere Kinder, dass sie in keinem Kinderzimmer (oder besser noch Kinderbett) fehlen sollten.

Ihre liebsten Puppen heißen Clara und Lea. Diese nimmt sie stolz mit zur Schulübernachtung. In einer staatlichen Schule, in der andere Kinder mit Monster High aufwachsen! Aber meine Tochter liebt nun seit knapp zwei Jahren ihre Puppen arg. Sie ist stolz auf diese Puppen, präsentiert sie ihren Freundinnen, wollte sie gar schon "einfach so" mit in die Schule nehmen. Es macht mich natürlich auch stolz, da ich diese Puppen genäht habe. Umso mehr freut es mich aber, dass sie diese Puppenphase in diesem wunderbaren Alter erleben darf. Meine kleine Puppenmama...


Für die neue Puppe hat sie mir ganz klare Parameter vorgegeben. Orange Haare solle sie haben, die nur schulterlang sind. Eine blaue Bluse und einen Rock muss sie tragen. Das bekommen wir hin. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch ein Jäckchen aus der wunderbaren Wolle, die ich zuletzt mit Cochenille gefärbt habe, zu stricken.

Zum Glück herrscht nun auch die beste Puppenmacher-Jahreszeit. Der Herbst ist vollends eingezogen. Trotz kaputter Hand habe ich mit den Kindern daheim und auf der Arbeit einiges gebastelt. Auch Papa hat seine Herbst-Tradition mit den Kindern "abgearbeitet":


Obwohl weder ihm noch mir Halloween etwas bedeutet, schnitzt er jedes Jahr mit den Kindern einen stattlichen Kürbis. Manchmal, wenn Zeit ist, sammle ich mit den Kindern noch Futterrüben, die der Bauer auf dem Weg hat liegen lassen, und schnitze daraus kleine Leuchten. Aber das ganze hat ja im Endeffekt nichts mit Halloween zu tun. Laternen haben schließlich auch in unserer "Herbst-Kultur" einen Stellenwert und man sollte sich von dieser großen amerikanischen Schablone lösen, Traditionen und schöne Dinge durch diese Brille zu sehen. Es ist einfach schön und macht Spaß!

(und ja, wenn Freunde die Kinder an Halloween einladen oder die Kinder sich im Kindergarten verkleiden dürfen, sperre ich mich nicht. Das mache ich Karneval auch nicht, und das hat große rheinische Tradition - und ich mag es trotzdem nicht!)

1 Kommentar:

  1. Das ist aber schön, daß Deine Tochter auch mit 9 noch eine Puppe will. Meine Zwölfjährige nimmt ihre Puppe auch noch oft mit.

    Wir machen unsere Kürbislaternen erst wirklich an Halloween und dann gehen die Kinder auch Trick-or-treating, aber sie sind ja auch Amerikaner:).

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