Sonntag, 13. September 2015

Mittelaltermarkt

Ein lieb gewonnenes Ritual ist es seit nun mehr 8 acht Jahren den Mittelaltermarkt hier zu besuchen. Dieser findet immer Mitte September um ein kleines Schlösschen herum statt. Der Altweibersommer legt sich für dieses Wochenende immer richtig ins Zeug, um ein Wochenende in wunderbares goldsommerliches Sonnenlicht zu tauchen. Dann packen wir die Kinder, tüchtig Appetit und auch ausreichend Geld ins Auto und besuchen den Markt Samstag nachmittags.

Normalerweise. Nur dieses Jahr nicht.

Statt eines herrschaftlichen Spätsommerwochenendes wurde uns dieses Jahr trübes Schmuddelwetter vor die Nase gesetzt. Regen. Regen. Und Regen. Also blieben wir daheim. Mama strickend. Papa kochend. Die Kinder spielend.
Heute Mittag jedoch musste die große nun in dem gleichen Ort, in dem der Markt stattfindet, mit dem Kinderchor im Gottesdienst singen. Nach einem außergewöhnlich lang dauernden Hochamt schnappte ich mir das Tochterkind und auf ging es zum Mittelaltermarkt. Doch noch! Es hatte aufgehört zu regnen, also war es nur noch unter den Füßen nass und matschig. Und so schlenderten wir Damen durch all die schönen Stände, naschten einen im Steinofen gebackenen Schokokringel, bewunderten liebevoll gestaltete Gewandungen der Lagerer.


Nicht nur menschliche Lagerer bevölkern als Attraktion den Mittelaltermarkt, sondern auch tierische. Nebst zahlreichen Hunden gab es dort diese wunderschöne Gans. Die große durfte sie sogar streicheln.

Allerlei wunderbare Farben, Formen und Gerüche gab es zu entdecken. 





Am liebsten würde ich mich bei sowas ja immer totkaufen. Nicht nur, weil ich so viele Dinge so schön finde, sondern auch um die Arbeit der Kunsthandwerker zu würdigen. Aber so viel Geld habe ich natürlich nicht und ich würde mir den Spaß nehmen, allerlei feine Dinge selbst zu machen. Denn beim Anblick der pflanzengefärbten Seidentüchlein bekam ich unglaubliche Lust, wieder selbst die Färbetöpfe zu füllen. Ich brauche noch unbedingt mal ein neues rotes Tuch für den herbstlichen Jahreszeitentisch. Krapp...

Überall gab es werkelnde Menschen, das ist immer so anheimelnd.


Ganz besonders angetan war ich vom Stand einer Pflanzenfärberin. Aus ihr sprudelte ganz viel Färberwosse, Interesse für das von ihr dargestellte Jahrhundert (mit Gewandung etc.) Und Freude an dem, was sie tut.


Die Farbenpracht, die man mit Pflanzenfarben erzielen kann, beeindruckt mich immer wieder (leider ist das Bild etwas unterbelichtet). Und da konnte ich dann auch nicht mehr widerstehen. 


Diese fünf Stränge mit je 50m mussten einfach mit. Daraus sollen fingerlose Handschuhe für mich entstehen. Das Muster Liquen durfte ich vor langer Zeit teststricken und es müsste sich perfekt für die Wolle eignen. Wenn ich Nachschub brauche, melde ich mich bei Cats Textilwerkstatt.

Kommentare:

  1. Wie schööön! Bei uns wäre dieses Wochenende auch Mittelaltermarkt gewesen, der aber leider auch komplett ins Wasser fiel...:( Dabei hatte die Kinder (und wir) uns schon so gefreut uns wieder gewandet unter das Volk zu mischen. An der Wolle hätte ich wohl auch nicht vorübergehen können...

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    1. Gewandet würde ich auch unglaublich gerne mal gehen. Aber dann müsste ich auch Gewandungen nähen, aber irgendwie ist immer so schnell September. Das ist wie mit Weihnachten....

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